Archiv der Kategorie Meinungen

Teilöffnung

Hallo liebe Besucher und Freunde vom Café Unfug,

nach einer ganzen Serie von Einbrüchen haben wir den Jugendtreff vorübergehend geschlossen. Mittlerweile haben wir einigermaßen an einem neuen Konzept gearbeitet und an Umbauplänen, wie wir das Unfug sicherer machen können.

Zu einer kompletten Neueröffnung brauchen wir noch ein wenig Zeit, allerdings hat sich der Dieter (Streetworker SJR) dazubereit erklärt schon wieder einmal seine Dienstagsöffnungszeiten abzuhalten. ( Mittwoch auch noch so lange der Winter anhält)

Also solange ihr nichts anderes hier lesen könnt …. macht der Dieter das Unfug am Dienstag und Mittwoch zwischen 18:00 und 21:00 wieder auf - und er freut sich schon euch alle wieder zu sehen

alles weitere Hier oder auf unsere Internetseite … www.cafe-unfug.de

liebe Grüße

Oliver Unfug-Team

Diskussionsgrundlage - was denkt ihr darüber Artikel in der AZ

„Dann nehm ich halt mal ab”
Essstörungen
Immer mehr junge Menschen sind betroffen - auch in Augsburg
von Julia Nimfuhr AZ
„Dann nehme ich mal ab.” Das dachte sich Bettina, damals 16 Jahre, normalgewichtig. Eine Reaktion auf herablassende Kommentare ihrer Familie zu ihrer Figur. So begann der Leidensweg der jungen Frau. Bettina (Name von der Redaktion geändert) kam aus dem Gedanken­strudel rund um Essen und Figur nicht mehr heraus. „Ich wollte sportlich durchtrainiert und schlank sein. Damit habe ich viele Jahre meines Lebens verplempert.”
Mit ihren Problemen steht die 27-Jährige nicht alleine da. Die Zahl der Menschen mit Essstörungen ist in Augsburg wie in anderen Städten gestiegen, wie Statistiken zeigen. Und die Betroffenen werden immer jünger - unter ihnen sind bereits Neunjährige. Das Umweltreferat unterstützt daher jetzt verstärkt Präventionsprogramme an Schulen.
Das Leid spielt sich im Verborgenen ab
Auslöser war unter anderem ein Ar­tikel unserer Zeitung über Bulimie, der das Referat aufmerksam mach­te. Denn auch wenn das Leid der Betroffenen oft sehr groß ist, bis zum Tode führen kann (bei Mager­süchtigen je nach Studie bei fünf bis 20 Prozent), spielt es sich vor allem im Verborgenen ab, ist die Erfah­rung von Christina Santelia von der Beratungsstelle Schneewittchen der SOS-Jugendhilfen. „Viele verleug­nen die Krankheit vor sich selber.”
„Ui, bist du schön schlank!” - das bekam Bettina zu ihren dünnsten Zeiten oft zu hören, wie sie sagt. Da war sie längst deutlich untergewich­tig. „Es findet eben jeder toll, wenn man schlank ist. Später war ich wie­der normalgewichtig, habe aber jede Ess-Struktur verloren und enorm viel Sport getrieben - mir war nicht bewusst, dass das eine Essstörung ist!” Dass das Schlankheitsideal zu starker Verunsicherung führen kann, erlebt Santelia vor allem in den Mädchenschulen. „Ich habe Schülerinnen erlebt, die messen, wer den dünnsten Oberschenkel hat”, erzählt die Sozialpädagogin.
„Dabei wissen sie gar nicht, was ge­sunde oder normale Maße sind.” Umso wichtiger ist die Präventi­onsarbeit. Jährlich 25 000 Euro gibt das Umweltreferat ab 2008 für Suchtprävention aus, darunter für zehn Einheiten an Augsburger Schulen (wir berichteten) und ein Pilotprojekt mit der Realschule St. Ursula ab nächstem Schuljahr. Hier soll es um mehr als nur richtiges Essverhalten gehen, denn die Ursa­chen sind vielfältig, so Santeha. Ess­störungen als Folge von steigendem Leistungsdruck vermutet sie als ei­nen Grund für die rasant wachsende Anzahl an Betroffenen.
Rosemarie Bauer, Oberärztin im Bezirkskrankenhaus, sieht mögliche Ursachen in fehlenden oder zu vie­len Strukturen. „Heutzutage gibt es viele Lebensmodelle, gleichzeitig lösen sich Familienstrukturen auf. Hier bietet ein bestimmtes Essver­halten scheinbar Halt. Doch auf Dauer geht das nicht gut.” Das kennt Bettina. „Ich hatte kein Selbstwertgefühl, wusste nicht, wer ich bin. Dann habe ich eine Zeit lang wieder normal gegessen. Beim Aus­zug in die eigene Wohnung fing es wieder an. Ich wusste nicht, bin ich eher häuslich oder flippig, ständig unterwegs - ich entschied mich für flippig. Und ich wollte einen Kör­per, der anderen gefällt. Ich habe wenig gegessen, mit Sport angefan­gen, dann lief es aus dem Ruder, ich konnte nicht mehr weggehen oder auf einen Geburtstag, ohne zu über­legen, wie ich das Essen vermeiden kann. Ich hatte nachts Heißhunge­rattacken, bin bei Regen oder Mi­nusgraden durch den Wald gejoggt, bis mir irgendwann klar wurde, so geht es nicht weiter, das will ich nicht mehr.” Und hat bei „Schnee­wittchen” Rat gesucht.
Viele suchen auch im Josefinum Hilfe, vor allem Eltern mit betroffe­nen Kindern, so Oberärztin Birgit Beh. „Hier ist es wichtig, dass die Kinder selbst motiviert sind, sonst geht nichts. Ich bin froh, dass das Thema so in den Medien ist und vie­le Prominente von ihren Essstörun­gen sprechen. Das hilft Betroffenen, sich Probleme einzugestehen.”
Infos zu Essstörungen

  • Betroffene Jugendliche Ausge­hend von einer Studie des Robert­Koch-Instituts für Deutschland hat Christina Santelia von der Bera­tungsstelle „Schneewittchen” die Zah­len für Augsburg berechnet: 30 Pro­zent aller zehn- bis 17-Jährigen weisen ein gestörtes Essverhalten auf, in Augsburg wären das 4300.
  • Wichtigste Formen: Magersucht, Bulimie (Essanfälle, die durch Er­brechen oder andere Methoden kom­pensiert werden sollen), Binge Ea­ting (Essanfälle ohne Kompensation), Adipositas (krankhaftes Überge­wicht).
  • Initiativen Präventionskampagne „Leben hat Gewicht” des Bundesge­sundheitsministeriums seit 2007.
  • Kontakt Beratungsstelle Schnee­wittchen, Leonhardsberg 16, Tele­fon 0821/34499013 (für bis 27-Jähri­ge); Suchtberatung der Caritas, Auf dem Kreuz 47, 0821/3156432; Overeaters Anonymus, Gesund­heitsamt, Telefon 0821/324-2016; Bezirkskrankenhaus; Josefinum
  • Internetseiten

www.bzga-essstoerungen.de,

www.bundesfachverbandessstoerungen.de

www.hungrig-online.de (Juni)

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